Vergänglichkeit – Warum nichts bleibt und genau das befreiend ist

Kennst du das Gefühl, den Moment zu verpassen? Wenn ich gerade aus dem Fenster schaue, sehe ich nach einem langen Winter endlich wieder blauen Himmel und Sonnenschein. Ein schöner Tag. Doch in ein paar Stunden wird die Sonne bereits hinter dem Hügel verschwunden sein. Ich habe das Bedürfnis, hinauszugehen, aber mein Schreibtisch hält mich noch fest, ich schreibe ja gerade an diesem Beitrag. Die Sonne zieht weiter auf ihrer Bahn und wir wissen, dass es bald wieder dunkel wird. Dieser Moment ist ein Sinnbild für Vergänglichkeit.

In diesem Beitrag geht es um Vergänglichkeit. Wir halten an Dingen fest, die unweigerlich vergehen. Das führt manchmal zu Angst und Enttäuschung. Doch was wäre, wenn Vergänglichkeit nicht unser Feind, sondern unser größter Lehrer wäre? Dieser Beitrag zeigt dir, wie du durch die Akzeptanz der Vergänglichkeit mehr Freiheit und Lebensfreude gewinnst.

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Laut Duden bezeichnet Vergänglichkeit die natürliche Begrenztheit von Dingen, Lebewesen oder Zuständen. Alles vergeht. Nichts bleibt, wie es ist. Genau das macht das Leben so besonders.

Die Vergänglichkeit und das Gesetz der Entropie

Auch in der Naturwissenschaft findet sich das Prinzip der Vergänglichkeit: Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt, dass die Entropie – also das Maß für Unordnung – in einem geschlossenen System immer zunimmt. Das bedeutet, dass Ordnung früher oder später in Chaos übergeht und dass jeder Prozess, der abläuft, zu einem Zustand führt, der nicht mehr umkehrbar ist.

Ein Beispiel: Stell dir einen heiße Tee vor, den du in einem Raum stehen lässt. Anfangs ist er heiß, aber mit der Zeit gibt er seine Wärme an die Umgebung ab und kühlt sich ab. Die Hitze verteilt sich, und die ursprüngliche Ordnung (heißer Tee) löst sich auf – sie ist nicht einfach rückgängig zu machen. Genauso zerfällt eine alte Ruine oder welkt eine Blume – sie kehren nie wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück.

Dieses physikalische Gesetz beschreibt genau das, was wir im Leben beobachten: Alles verändert sich, nichts bleibt in perfekter Ordnung bestehen. Das macht Vergänglichkeit unausweichlich – aber auch bedeutsam.

Die Illusion der Beständigkeit – Warum wir Vergänglichkeit verdrängen.

In unserer modernen Gesellschaft sehnen wir uns nach Sicherheit. Wir schmieden Pläne, häufen Besitztümer an und versuchen, etwas Bleibendes zu erschaffen. Wir neigen dazu, schöne Momente festhalten zu wollen und unangenehme zu vermeiden. Diese permanente Wechselspiel aus festhalten oder Anhaftung und wegstoßen oder Ablehnung ist ein Teil des menschlichen Seins. Gerade die Vergänglichkeit gibt dem Augenblick seinen Wert: Mit dem Wissen, dass nichts bleibt und alles sich ändert, erkenne ich, dass unangenehme Momente auch wieder gehen – genauso wie ich weiß, dass angenehmen Momente nicht für immer bleiben. Wenn Du akzeptierst, dass nichts für immer bleibt, kannst Du diese Anhaftung bzw. Ablehnung lösen. Lernen, loszulassen – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus einer tiefen Wertschätzung für das Hier und Jetzt.

Rituale der Vergänglichkeit: Abschiede feiern bis hin zum großen Übergang

Ein bewusster Umgang mit Vergänglichkeit hilft uns, gelassener zu werden. Rituale können dabei unterstützen, Veränderungen zu würdigen und bewusst Abschied zu nehmen. Unsere liebe Kollegin Christin nennt dies die Abschiedlichkeit erfahren: Kleine Abschiede und Übergänge bewusst begehen:

  • Der Wechsel eines Jobs oder einer Lebensphase kann gefeiert werden.
  • Der Geburtstag ist nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein Abschied vom vergangenen Jahr.
  • Der Schulabschluss eines Kindes markiert das Ende eines Lebensabschnitts und den Beginn eines neuen.

Wenn wir solche Übergänge bewusst wahrnehmen und wertschätzen, bereiten wir uns auch auf den größten Übergang vor: die Endlichkeit unseres eigenen Lebens.


Achtsamkeitsübung: Vergänglichkeit bewusst erleben

🧘‍♂️ “Das vergängliche Blatt

1. Nimm ein Blatt aus der Natur – frisch oder welk.

2. Betrachte es genau: Farbe, Struktur, Veränderungen.

3. Halte es in der Hand und spüre, dass es irgendwann vergehen wird – so wie alles im Leben.

4. Atme tief ein und aus und erkenne: Vergänglichkeit ist Teil des Lebens.

5. Frage dich: Wie kann mich dieses Wissen freier machen?


Wie stehst du zur Vergänglichkeit?

Nichts ist beständiger als der Wandel. Wie gehst du mit Vergänglichkeit um? Was hilft dir, loszulassen?

„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Ausreißen des Gepflanzten.“

Bibel, Prediger 3,1-2


Über uns

KONZIOWir sind Begleiter, Impulsgeber und Berater. Kennst du das Gefühl, den Moment zu verpassen? Manchmal ist es wichtig, innezuhalten und den kurzen Moment zu genießen, als einfach blind weiterzumachen – achtsam sein. Wir unterstützen Dich dabei, Deine Achtsamkeit zu stärken.

Deine Zeit ist kostbar – mach das Beste daraus!

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